Meldung in der Freien Presse (24.6.26) und Reaktion
Publiziert am Mittwoch 24.06.2026, 17:14 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren in der Redaktion der Freien Presse,
zu Ihrer heutigen dpa-Meldung auf Seite 5 „Vatikan lehnt Predigt von Laien ab“, möchte ich Ihnen gerne eine kurze Rückmeldung zur Einordnung senden.
Die Praxis, dass im Rahmen der Eucharistiefeier Katholiken ohne Weihe – dies gilt übrigens für Frauen wie für Männer gleichermaßen - weiterhin nicht predigen dürfen, wurde durch den Vatikan nochmals bestätigt. Eine entsprechende Sondergenehmigung hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, als Folge der Beratungen des Synodalen Wegs am 30. März in Rom beantragt. Es sollte auch nicht geweihten Männern und Frauen mit der entsprechenden theologischen Vorbildung die Predigt in der Messe erlauben. In seiner Antwort hat der Vatikan auf das Kirchenrecht verwiesen und bleibt bei seiner Position. Soweit ist Ihre Meldung korrekt.
Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang allerdings auch der ergänzende Hinweis, dass Frauen und Männer ohne Weihe schon länger den wichtigen Dienst der Verkündigung übernehmen: etwa in Wortgottesdiensten sowie an anderen Stellen des Glaubenslebens. Und diese Praxis ist gerade in unserer Diaspora-Situation durchaus verbreitet. Als Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern finden sich entsprechende Beispiele flächendeckend und regelmäßig im gesamten Bistum Dresden-Meißen.
In der katholischen Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz z.B. stehen zwei Frauen und ein Ehepaar regelmäßig Wortgottesdiensten vor und halten dort selbstverständlich und mit bischöflichem Auftrag die Predigt. Seitens der Gemeinden wird dieser Dienst mehrheitlich sehr geschätzt.
Die Begründung für die sich unterscheidende Regelung im Blick auf die Eucharistiefeier ist komplex. Gern stehe ich einmal im Interview zur Verfügung, um die Zusammenhänge auszuloten.
Für Rückfragen überhaupt stehe ich gerne zur Verfügung.
Propst Benno Schäffel
