
Militärpfarrer Christian Bock
Ich für Sachsen: Der Dienst von Militärpfarrer Bock zwischen Frankenberg, Litauen und Bosnien-Herzegowina
Wer bin ich?
Mein Name ist Christian Bock. Ich bin 60 Jahre alt und seit dem 1. Februar 2025 katholischer Militärpfarrer im Militärpfarramt Frankenberg, das zum Militärdekanat Berlin gehört. Ich komme ursprünglich aus Mannheim in Baden-Württemberg. Aber bereits 1993 bin ich in meine Wahlheimat nach Dresden gezogen.
Was ist meine Aufgabe?
Die katholische Militärseelsorge versteht sich als „Kirche unter Soldaten“. Jeder Soldat hat Anspruch auf freie Religionsausübung und seelsorgliche Begleitung (Art. 4 GG; §36 Soldatengesetz). Als Priester der katholischen Kirche ermögliche ich es durch meinen Dienst, den Soldatinnen und Soldaten von diesem Grundrecht Gebrauch zu machen. Regelmäßig halte ich daher Standort- und Feldgottesdienste in den Bundeswehrstandorten. Daneben stehe ich für Glaubens- und Seelsorgegespräche in allen Fragen, die das Leben so mit sich bringt, zur Verfügung. Selbstverständlich sind diese seelsorglichen Kontakte streng vertraulich.
Wir sind als Seelsorger offen für alle Menschen an unseren Standorten, unabhängig von Konfession oder religiöser Bindung. Gerade in existenziellen Krisen bieten wir jedem, der zu uns kommt, Raum, um über Fragen des Glaubens - und des Zweifels - ins Gespräch zu kommen und so Sinn und Orientierung im Alltag zu finden. Neben unserer kirchlichen Funktion haben wir auch einen staatlichen Auftrag, nämlich durch den "Lebenskundlichen Unterricht" und entsprechende Seminare, die Soldatinnen und Soldaten ethisch und moralisch für ihren Dienst schulen. Zu den Unterrichtsthemen gehören Fragen des Gewissens und der Verantwortung ebenso wie die kritische Auseinandersetzung mit Sterben und Tod.
Was macht meine Aufgabe und meinen Standort besonders?
Die Verwendung am Standort Frankenberg war mein eigener Wunsch, da ich unbedingt in Sachsen eingesetzt werden wollte. Erst später habe ich erfahren, dass die Panzergrenadierbrigade 37, die in den Standorten, für die ich zuständig bin, stationiert ist, der Bundeswehr-Verband mit der höchsten Einsatzbereitschaft ist. Das schreckt mich aber nicht ab, ganz im Gegenteil. Die täglichen Herausforderungen, die an diesen Kampfverband herangetragen werden, machen meinen Dienst nur um so sinnvoller. Gerade in der gegenwärtigen sicherheitspolitischen Situation haben viele Soldatinnen und Soldaten das Bedürfnis, über ihren Dienst zu sprechen. Ich habe nicht auf alle Fragen eine Antwort, aber das brauche ich auch nicht: Oftmals reicht es aus, einfach nur da zu sein und zuzuhören.
Was sind meine beruflichen Ziele?
Mit 60 Jahren habe ich beruflich immer noch viele Ziele vor Augen, und ich hoffe, dass mir Gott die Zeit und die Kraft gibt, diese Ziele auch zu erreichen. Gleich im Juni 2026 geht es los, wenn ich für drei Monate zu unserer Truppe nach Litauen verlegt werde. Im Anschluss soll ich dann von September 2026 bis Februar 2027 für unsere Truppe in Bosnien-Herzegowina zur Verfügung stehen. Es warten also vielfältige Aufgaben auf mich. Ich hoffe, dass meine kleine Hündin Abbey mich dabei kräftig unterstützen wird.
Der Text erschien zuerst auf Facebook bei der "Bundeswehr in Sachsen"