Das Herz in die Hosentasche gesteckt

– Starkmachtag in St. Antonius –

Jemandem rutscht das Herz in die Hose. Wer kennt sie nicht, diese Redensart. Sie spricht von Angst, Verzweiflung, Ausweglosigkeit und auch von Schwäche. Heute wurden die Gottesdienstbesucher – besonders die Kinder – aufgefordert, sich ein kleines Herz zu nehmen und in die Hosentasche zu stecken, ein Herz, was sie immer dann berühren können, wenn sie mal etwas brauchen, zum Festhalten. Dieses kleine Symbol soll sie an Jesus großes, den Menschen zugewandtes Herz erinnern und an den heutigen Starkmachtag für Kinder und Eltern in St. Antonius.

Jesus hatte auch Wüstentage: Tage, an denen er gefastet hat, Tage voller Hitze und Entbehrung, eine Zeit, wo er sicher genug Gründe hatte, schwach zu sein. Und diese Schwäche versuchte der Teufel zu nutzen. Wie? In dem er ihn an den Dingen Bedürfnissen anpackt, die lebenswichtig sind, lebenswichtig für Körper und Geist (Selbstbewusstsein).

Hunger

Als er [Jesus] vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. (Mt. 4,3)

Anerkennung

Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. (Mt. 4,5-6)

Verführung

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. (Mt. 4,8-9)

Und Jesus? Wie reagierte er auf Satans dreiste Fallen, die er ihm stellte: in Bezug auf Hunger, Anerkennung, Verführung?
Jesus sagte:

In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. (Mt. 4,4)

In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. (Mt. 4,7)

Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. (Mt. 4,10)

Das war stark von Jesus, besonders in seiner Situation nach dem Fasten in der Wüstenhitze, wo jeder besonders anfällig für Verführungen ist. Und das sogenannte (auf Neudeutsch) „Happy-End“ folgte unmittelbar in Vers 11 des Bibeltextes-Textes:

Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm. (Mt. 4,11)

Sehr anschaulich wurde das Evangelium im Dialog dargestellt: Von der Empore herunter geiferte Dekanats-Jugendreferent Johannes Köst (in der Rolle Satans), Pater Albert (in der Rolle des Jesus) musste den Angriffen standhalten und Diakon Michael Fox fungierte als Erzähler. Gemeindereferentin Annette Kanzler-Saberniak (sie hatte die Herzen mitgebracht) ging in ihren Gedanken zum Evangelium wunderbar auf die Kinder ein. Nach dem Gottesdienst versammelten sich Eltern und Kinder in unserem Gemeindesaal, denn es war nicht nur ein Starkmach-Gottesdienst sondern ein Starkmach-Tag.

Dieser Tag zeigte wieder, wie wir weiter zu einer Pfarrei zusammenwachsen, denn musikalisch wurde die Hl. Messe vom Kinderchor aus St. Joseph gestaltet … wunderbar gestaltet und viele Mitchristen aus anderen Gemeinden kamen in unsere Kirche. Auch dieses Miteinander ist ein starkes Zeichen, dass unsere Pfarrei stark im Kommen – oder anders gesagt: einfach stark ist.

Herzlichen Dank an alle, die die diesen Tag heute zu einem starken Erlebnis gemacht haben, egal, ob in der Kirche oder Küche.

Und das Herz in der Hosentasche wird jeden daran erinnern, dass es sprichwörtlich keinesfalls erst in die Hose rutschen muss – nicht, weil es symbolisch dort schon angekommen ist, sondern weil es uns stark macht und wir stark, ja gestärkt sind.

Text und Fotos: Henning Leisterer

Der Starkmachtag hatte folgende Themen
(herauskopiert aus dem Newsletter des Bistums Dresden Meißen):

“Dein Körper gehört Dir.“ / „Vertraue Deinem Gefühl.“ / „Du hast ein Recht, nein zu sagen.“ / „Du darfst bedrückende Geheimnisse weitererzählen.“ / „Du hast ein Recht auf Hilfe.“ / „Keiner darf Dir Angst machen.“

Orientiert an diesen Grundsätzen thematisiert der Stark-Mach-Tag unterschiedlichste Alltagssituationen von Grenzüberschreitungen, die Kinder erleben könnten, und stärkt die Kinder präventiv: durch die Gemeinschaft und die Freude beim Spielen, aber ganz besonders über das Erleben der Inhalte, in denen sie viel über sich selbst, ihre Rechte und ihre Gefühle lernen können.

Elemente des Tages sind Gruppenarbeiten zu ausgewählten Kinderrechten und als Mittelpunkt des Tages das Clownstheaterstück „Das ist nicht witzig.“

Parallel zu den Gruppenarbeiten der Kinder gibt es ein Informations- und Gesprächsangebot für Eltern mit der Präventionsbeauftragten des Bistums.

Starkmachtag 2020
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